Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Einsteigerkurs Soziale Landwirtschaft in Witzenhausen - neuer Kurs ab Dezember 2020

Die Idee des vor einem Jahr erstmals angebotenen Kurses ist, „Projekteigentümer*innen“ und Studierende der Ökologischen Agrarwissenschaften der Uni Kassel mit Vorwissen 1:1 zusammenzubringen und die gebildeten Teams bei der Arbeit an betriebsindividuellen Konzepten zu coachen. Zwischen zwei Präsenzwochenenden (4.-6. Dezember 2020 und 26.-28. Februar 2021) findet ein intensiver Arbeitsprozess statt, der durch Dr. Thomas van Elsen (DASoL) und der Sozialarbeiterin Martina Rasch begleitet wird.

Geburtshilfe für das eigene Projekt

Die am ersten Präsenzwochenende gebildeten Arbeitsgruppen erstellen zunächst ein Exposé, in dem sie ihre Ziele und Vorgehensweise für die Wochen zwischen den Präsenzwochenenden konkretisieren, zur Halbzeit findet eine Telefonkonferenz mit jeder Arbeitsgruppe statt; über eine Online Plattform wird Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt. Die Studierenden unterstützten die teilnehmenden Praktiker*innen bei der Arbeit an ihrem eigenen Betriebskonzept und erbringen über die Anfertigung einer Hausarbeit ihre Studienleistung.

Zeitgemäßes, modernes Studieren

Der Kurs stellt nicht die Vermittlung von Grundlagenwissen in den Vordergrund – die Studierenden sollen dieses aus dem an der Uni Witzenhausen angebotenen Grundlagenkurs Soziale Landwirtschaft bereits mitbringen, für sie stellt der „Einsteigerkurs“ einen Vertiefungskurs dar. Nicht zuletzt wegen des sehr eindeutigen Votums der Teilnehmer*innen des letztjährigen Testlaufs haben wir uns entschlossen, das Kursangebot erneut anzubieten. Derzeit bemühen wir uns um Zuschüssen, da die Finanzierung allein über Kursbeiträge nicht kostendeckend ist.

Kontakt: Dr. Thomas van Elsen, Petrarca e.V., Thomas.vanElsenpetrarca.info,
Tel. 05542-981655.
 

Über den erfolgreich verlaufenen Testlauf, der durch eine Förderung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ermöglicht wurde, findet sich ein ausführlicher Bericht im Mai-Rundbrief Soziale Landwirtschaft (S. 21).

 

Weiterbildungskurs „Einstieg in die Soziale Landwirtschaft“ in Witzenhausen abgeschlossen

Thomas van Elsen

Die Idee war, „Projekteigentümer*innen“ und Studierende der Ökologischen Agrarwissenschaften der Uni Kassel mit Vorwissen 1:1 zusammenzubringen und die gebildeten Teams bei der Arbeit an betriebsindividuellen Konzepten zu coachen. Über den Auftakt wurde bereits im letzten Rundbrief berichtet. Zwischen den beiden Präsenzwochenenden (8.-10. November 2019 und 21.-23. Februar 2020) fand ein intensiver Arbeitsprozess statt, der durch Dr. Thomas van Elsen (DASoL) und der Sozialarbeiterin Martina Rasch begleitet wurde – die Arbeitsgruppen erstellten zunächst ein Exposé, in dem sie ihre Ziele und Vorgehensweise für die Wochen zwischen den Präsenzwochenenden konkretisierten, zur Halbzeit fand eine Telefonkonferenz mit jeder Arbeitsgruppe statt, bei der Thomas van Elsen und Martina Rasch für Fragen zur Verfügung standen; über eine Online Plattform, die Viola Helwig eingerichtet hatte, wurde Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt. Die Studierenden unterstützten die teilnehmenden Praktiker*innen bei der Arbeit an ihrem eigenen Betriebskonzept und erbrachten über die Anfertigung einer Hausarbeit ihre Studienleistung. Die Präsenzwochenenden wurden zudem durch Viola Helwig, Uwe Weimar und Frank Radu von der Operationellen Gruppe des Hessischen EIP-Projekts unterstützt. Ermöglicht wurde der Testlauf durch eine Förderung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.
 

Projekte

Mittlerweile liegen von allen Projektgruppen Berichte vor; im Folgenden wird ein kleiner Einblick in die Ergebnisse gegeben:

  • Angebot Intensiv-Sozialpädagogischer Einzelbetreuung (ISE) für Jugendliche und junge Erwachsene durch eine gelernte Gärtnerin, die zudem studierte Sozialpädagogin ist. Dies soll angegliedert werden an einen landwirtschaftlichen Betrieb mit alternativer Wirtschaftsform, wie etwa eine Solidarische Landwirtschaft. Die Unterkunft der Klienten soll naturnah in einem Bauwagen erfolgen. Der landwirtschaftliche Betrieb soll Raum pädagogischen Wirkens werden und den Klienten ein vielfältiges Lern- und Erfahrungsfeld mit direktem Kontakt zum Lebendigen und zu sinnstiftender Arbeit werden. Der genaue Zeitraum und Ort der Umsetzung sind noch offen.
  • Konzeptmöglichkeiten für eine Soziale Landwirtschaft mit Schulklassen in der Soester Börde (NRW): Auf einem derzeit in Umstellung auf biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise befindlichen 70ha-Gut mit Acker- und Grünland, Wald und Park wurde zusammen mit der Landwirtin, die derzeit ihr Studium der Sozialen Arbeit abschließt, ein Konzept für 1-2-wöchige Klassenfahrten oder alternativ für eine regelmäßige Zusammenarbeit mit einer Schule im benachbarten Soest ausgearbeitet. Besuche ähnlicher Betriebe und Gespräche mit Schulen fanden statt und es wurde ein Finanzierungskonzept incl. passender Rechtsform erstellt.
  • Konzept Gemüsegärtnerei für die Soziale Landwirtschaft am Stadtrand von Dresden: Die Projekteigentümerin ist Sozialarbeiterin mit Zugang zu einer landwirtschaftlichen Fläche (3400m²) sowie einem Gebäude und möchte diese gerne nutzen, um ein eigenes Projekt Menschen mit psychischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen zu starten. Die Grundidee ist, zusammen mit diesen Menschen mit viel Handarbeit und wenig Einsatz von Maschinen Gemüse anzubauen, zu verarbeiten und evtl. zu vermarkten. Im Kurs geplant wurden Anbauplan und erforderliche Infrastruktur vor Ort sowie die nächsten Umsetzungsschritte.
  • Planung einer Tagesstrukturierung für zehn Menschen mit psychischer Erkrankung in den Bereichen Gärtnerei, Tierversorgung, Hofpflege und Gruppenfürsorge auf einem Hof im Bergischen Land (NRW), der bereits mehrere Gemüsegärten zur Selbstversorgung bewirtschaftet und eine Schafherde, Pferde und Hühner hält. Eine Sozialarbeiterin und eine Ergotherapeutin wollen eine Alternative zur Werkstattarbeit bieten. Das im Kurs ausgearbeitete Konzept enthält neben der Organisation der tagesstrukturierenden Maßnahme und der geplanten Tagesablauf die Anbauplanung der Gemüsegärtnerei sowie die finanzielle Planung und Umsetzung des Vorhabens.
  • Planung eines Mehrgenerationenhofes im Pfälzerwald: Hier gibt es drei Prozesseigentümer*innen: Den Sohn der dort bereits tätigen Landwirtsfamilie, der derzeit sein Studium der Ökologischen Agrarwissenschaft in Witzenhausen absolviert, einen langjährig in der Sozialen Landwirtschaft tätigen Landwirt, der in der Sozialtherapie tätig war und als Rentner den Aufbau des Hofes unterstützt, sowie eine derzeit auf einer Jugendfarm für Kinder tätige Sozialpädagogin, die die Frage nach einem Hofkonzept in Anlehnung an die Idee eines Klosters verfolgt. Das ehemalige Klostergut wurde 2010 zum Sitz eines Bio-Galloway-Zuchtbetriebes und soll nach einem ganzheitlichen Konzept ökologisch und energetisch gestaltet und entwickelt werden. Seit Dezember 2019 bietet der Hof einem Menschen mit Unterstützungsbedarf die Möglichkeit der Teilhabe am Arbeitsleben durch eine tagesstrukturierende Maßnahme und die Gründungsinitiative der „Freien Bauernhof- Waldschule Südpfalz e.V.“ und eines Bauernhof- Waldkindergartens nahm ihre Arbeit an dem pädagogischen Konzept und dem Finanzplan auf. Der Hof bietet Raum für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Menschen im Kindesalter bis ins hohe Seniorenalter, in der Ausbildung und als ausgelernter Arbeiter.
  • Das nächste Projekt: Ein bestehender Demeterhof zieht gerade von der Südeifel in den Raum Nassau (Rheinland-Pfalz) um und verfolgt den Ansatz einer „nichttötenden Tierhaltung“. Prozesseigentümerin im Kurs ist die Landwirtin. Schon bisher kümmert sich der Betrieb um pflegebedürftige Menschen; auf längere Sicht soll ein weiteres Pflegekind in die Familie kommen. Konkret wurden an dem Finanzierungskonzept der Sozialen Arbeit, der Planung eines Gewächshauses (Formen, Materialien, Konstruktion) und den Rahmenbedingungen zur Einrichtung einer Gärtnerstelle gearbeitet und eine „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ in Anspruch genommen.
  • „Der Bauernhof als ländliche Begegnungsstätte - Landwirtschaft in Verbindung mit sozial-gesellschaftlichen Leistungen“ ist der Titel eines weiteren Konzepts, das ein Projekt auf Rügen beschreibt. Die von drei Witzenhäuser Absolventinnen im Jahr 2017 übernommene Gärtnerei erzeugt ökologisches Gemüse, Kräuter und Obst für die Region, das bisher von Mai bis Oktober von der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) im Direktabsatz vermarktet wird (Abokisten, Wochenmarkt, Hofladen). Eine von ihnen nahm als Prozesseigentümerin am Kurs teil, sie hatte sich schon in ihrer Masterarbeit mit Fragen der Gemeinwohlökonomie auseinandergesetzt. Die Konzeptentwicklung, die von zwei Studentinnen begleitet wurde, dient hier dazu, der Betriebsgemeinschaft verschiedene Szenarien aufzuzeigen, die die Integration von verschiedenen sozial-gesellschaftlichen Maßnahmen und die Weiterentwicklung zu einer Begegnungsstätte beinhaltet.
     

Zeitgemäßes Studieren statt Konsumieren – Individuelle Wege fördern und Fähigkeiten üben

Der Kurs stellte nicht die Vermittlung von Grundlagenwissen in den Vordergrund – die Studierenden sollten dieses aus dem an der Uni Witzenhausen angebotenen Grundlagenkurs Soziale Landwirtschaft bereits mitbringen, und die „ProjekteigentümerInnen“ bzw. die Teams sollten während des Kurses gezielt und individuell Materialien in jeweiligen Dateiordnern zur Verfügung gestellt bekommen, mit denen sie Wissenslücken aufarbeiten können und für ihre Projekte hilfreiche Unterlagen finden. Das Lernen bzw. die Weiterbildung setzt also an individuellen Fragen der TeilnehmerInnen an, und die Begleitung sollte als Coaching bzw. Beratungsprozess durch die Kursleiter stattfinden, wobei auch die gegenseitige Vernetzung und Begleitung aller TeilnehmerInnen – alle Kursordner, -unterlagen und Konzepte waren gegenseitig zugänglich und nutzbar – angestrebt wurde.

Ich bin sind rückblickend sehr froh über den Ablauf und möchten mich bei allen "Testpersonen", die dabei waren bei dem Kurs-Testlauf, noch einmal bedanken! Die Einbeziehung von Martina Rasch, die ihre Mitwirkung nach einer früheren Mitteilung über den damals noch in Planung befindlichen Kurs angeboten hatte, war eine wunderbare Ergänzung, da das Finden individueller Lösungen bei der Vermittlung von Menschen auf Höfe die tägliche Herausforderung bei ihrer Arbeit bei „Umkreis e.V.“ bzw. „Maßstab Mensch“ darstellt. Sie meinte rückblickend auf den Kurs, "jeder Hof / Projekteigentümer*innen braucht ein Gegenüber in der Projektentwicklung, hier die Studierenden". Ob und wie das im Kurs funktionieren würde, war nur sehr begrenzt planbar, und dass es so gut geklappt hat, dass sich Studierende und Projekteigentümer*innen fanden und durch die Zusammenarbeit ein Mehrwert entstand, das war eindrucksvoll zu erleben! Und dass sich fast alle Studierende über das übliche Maß einer Hausarbeit hinaus engagiert haben, das war sehr erfreulich und beeindruckend! Solches Lernen an konkreten Aufgabenstellungen, bei dem man selbst etwas Verwertbares produziert als Ergebnis, dazu das "Multidisziplinäre" durch die vertretenen fachlichen Hintergründe, das war einfach klasse. "Prozess- und bedürfnisorientiert Dinge gemeinsam zu erarbeiten, statt sie zu abstrakt zu lernen" formulierte es Martina Rasch.
 

Ausblick

Natürlich gab es auch Dinge, die zu verbessern sind. Hier waren die Feedbackrunde am Schluss und die schriftlichen Kommentare auf Evaluationsbögen hilfreich, die zum Kursende verteilt worden waren. Beim ersten Kurswochenende hatten die Studierenden eher wenig Raum, eigene Anliegen und Bedürfnisse einzubringen. Der experimentelle Charakter, in einem solchen Kurs ohne vorher festgelegte Struktur und Stundenplan zu arbeiten und spontane Inputs durch Beiträge und "Gäste" (Uwe Weimar und Frank Radu) zu integrieren, ist nicht jedermanns Sache, besonders, wenn das vor dem Hintergrund anderer Lehrveranstaltungen ungewohnt sein mag. Hier als Teilnehmer*in den Mut zu haben, eigene Vorschläge - wann etwa eine Gruppenarbeit einzuschieben sinnvoll wäre - direkt im Kursverlauf einzubringen wäre noch besser gewesen, als im Nachhinein im Evaluationsbogen "mehr Gruppenarbeit wäre besser gewesen" anzumerken!

In der Evaluation wurde weiter nach der Akzeptanz des Teilnahmebeitrags gefragt, der – obgleich durch die Unterstützung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft niedrig - für Studierende weiter reduziert werden sollte, für Projekteigentümer, die durch das "Gegenüber" der Studierenden und die fachliche Unterstützung durch die Kursleitung einen erheblichen Input für ihre Vorhaben als Gegenleistung für den Kursbeitrag bekommen, eventuell auch höher liegen könnte.

Erfreulich war die Einschätzung (vgl. Graphik), dass alle Kursteilnehmer*innen darin bestärkt wurden, ein Projekt in der Sozialen Landwirtschaft zu verwirklichen und dass das Interesse an eigener Arbeit in dem Bereich verstärkt wurde. Und natürlich das sehr eindeutige Votum, das Kursangebot erneut anzubieten! Ob und wann es einen weiteren Durchgang geben wird, steht noch nicht fest.

Kontakt: Dr. Thomas van Elsen, Petrarca e.V., Thomas.vanElsen@petrarca.info, Tel. 05542-981655.

 

Berufsbegleitende Weiterbildung zur tiergestützten Intervention auf dem Bauernhof

Zwei Herzblutbäuerinnen geben ihr Wissen zum tiergestützten Arbeiten mit Kuh und Co preis und vermitteln, wie auch andere Bäuerinnen ihre Tiere als besondere Mitarbeiter wertvoll einsetzen können.

Bauernhoftiere sind pädagogische Naturtalente. Mit ihnen können Bäuerinnen, Pädagoginnen oder Therapeutinnen genauso gut tiergestützt arbeiten wie mit Hund oder Pferd. Wer sich mit ihnen im Team für Menschen engagiert, erfährt immateriellen Reichtum und kann sich gewinnbringend ausrichten. Egal ob Schaf, Schwein, Kuh oder Huhn – sie alle unterstützen uns auf ihre Art beim Lernen und im Persönlichkeitswachstum. Gut ausgebildet und richtig angeleitet können Bauernhoftiere das emotionale Befinden von Menschen verbessern und ihre sozialen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten fördern. Dabei bringt jede Bauernhoftierart besondere Kompetenzen für die tiergestützte Arbeit und die Förderung von Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf mit. Wie das optimal gelingt, vermitteln zwei Vollblutprofis in einer einjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung: die bundesweit tätige Ausbilderin für Bauernhofpädagogik Christine Hamester-Koch und die Pionierin für Tiergestützte Intervention mit Bauernhoftieren Andrea Göhring. Die Teilnehmerinnen lernen in aufeinander aufbauenden Modulen theoretische und praktische Grundlagen des tiergestützten Arbeitens, Stärken und Einsatzmöglichkeiten aller Bauernhoftierarten sowie die Ausbildung der Tiere kennen. Außerdem erhalten sie zahlreiche Arbeitsbeispiele und Tipps von der Praxis für die Praxis. Das Referententeam möchte gemeinsam mit jeder Teilnehmerin ein individuelles, tragfähiges und unverwechselbares Konzept für den eigenen Hof entwickeln oder sie befähigen, sich mit einer einzigartigen Ausrichtung selbständig zu machen.

Anmeldung:

Interessiert? Sprechen Sie uns an oder schicken Sie gleich ein Motivationsschreiben mit Bild, Lebenslauf und Erfahrungshintergrund, gemeinsam mit dem unterschriebenen Anmeldeformular an folgende Adresse:

Ellernhof Natur und Business Akademie GmbH & Co.KG, Christine Hamester-Koch, Am Hamberg 20, 21368 Ellringen oder per E-Mail an: anmeldungellernhof.de, Stichwort: tiergestützte Intervention mit Bauernhoftieren

Das Anmeldeformular & Rahmenbedingen, sowie die Kursinhalte sind hier zu finden.

Weitere Informationen unter: www.bauernhoftiere-bewegen-menschen.de und www.ellerhof

 



Bayern: Betriebszweigseminar Soziale Landwirtschaft

22. Januar bis 11. November 2020

Nächstes Jahr im Januar startet das zweite Betriebszweigseminar „Soziale Landwirtschaft und ich! Das soll gelingen!“

Für die Teilnahme am Seminar ab Januar 2020 ist das zweitägige Seminar „Innovativer Unternehmer werden und sein“ vorab erforderlich und sehr sinnvoll. Dieses wird in (fast) allen Regierungsbezirken angeboten

Anmeldung jederzeit möglich unter www.weiterbildung.bayern.de.

Kontakt: Kerstin Rose, Beraterin für Soziale Landwirtschaft/AELF Passau, Bildungshaus Landvolkshochschule St. Gunther e. V., Hengersberger Straße 10 - 94557 Niederalteich


Weiterbildung Soziale Landwirtschaft in Eberswalde

Die berufsbegleitende Weiterbildung zur Sozialen Landwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) wird weiter angeboten!

Nachdem das ab September 2018 geplant gewesene Modul aufgrund zu weniger Anmeldungen nicht stattfand, nachdem – anders als die Pilotphase – der Kurs nunmehr kostenpflichtig ist, bleibt das Weiterbildungsangebot dennoch bestehen! „Termine werde festgelegt, wenn die kritische Zahl an Interessent*innen überschritten ist“, betonte Prof. Dr. Anna Maria Häring von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde auf unsere Meldung im letzten Rundbrief.

Weitere Informationen: www.weiterbildung-soziale-landwirtschaft.de

Ansprechpartner an der HNEE ist Martin Nobelmann       
(Tel. 03334-657358, martin.nobelmannhnee.de).

Handlungspädagogik

Weitere Infos zum Thema Handlungspädagogik gibt es hier.

Hof Hauser-Seminare für Handlungspädagogik

Zweiter Kurs 2020-2022: Zwölf Wochenenden auf dem Hof Hauser in Wolfhagen bei Kassel    

Die Erziehung freier Menschen, die Entwicklung der Erde, Pflanzen und Tiere als Grundlage einer pädagogischen Landschaft. Handgeschick und Freiheit

Es geht um die Erziehung freier Menschen - und das von Anfang an! Jeder Versuch zu begründen, wie man einen Menschen erst durch Erziehung zur Freiheit führen will endet im Widerspruch, legitimiert aber methodische Zugriffe auf das Kind. Handlungspädagogik hingegen richtet sein methodisches Interesse auf den Umkreis. Es geht um eine besondere Art der Erziehung der Erde, der Pflanzen und der Tiere. Und es geht dabei um den Einsatz der Handarbeit und das Üben der Geschicklichkeit. In der Zukunft wird eine Bildung der geschickten Handlungs- und Arbeitsfähigkeit für ein aktives selbständiges, sinngebendes und schöpferisches Verhältnis zur Welt ausschlaggebend sein. Das bedeutet, Keime zu legen für Fähigkeiten zur Krisenbewältigung, was z.B. bedeutet, gegenüber den immer stärker unser Leben beeinflussenden elektronischen Informations- und Fertigungstechnologien ein eigenständiges Urteilsvermögen und die eigene Handlungskompetenz für den Umgang mit diesen Technologien zu behalten.

Persönlichkeit

Der Mensch kann einen neuen aufmerksameren und verantwortlichen Zugang zur Welt bekommen, wenn er zu den Phänomenen wie zu einer Persönlichkeit in Beziehung tritt. Dann wird ihm offenbar, daß jede Wirklichkeit ideendurchdrungen ist. Das betrifft alle Naturreiche und auch die Begegnung mit dem Kind. Jeder Mensch hat von Anfang an seinen biographischen Entwurf. Dessen Verwirklichung geschieht in der tätigen aktiven Beziehungsaufnahme zur Welt. Wir nennen das Erfahrung. Erziehung bedeutet dann, einen reichen Erfahrungsraum bereit zu stellen, in dem man initiativ werden kann! Das ist eine „Pädagogische Landschaft“ und damit das Gegenteil von Bildschirmen oder Schule, wo man im Sitzen über die Welt „draußen“ unterrichtet wird, ohne irgendeine Erfahrung machen zu können.

Bildung als Unternehmung

Freie Bildungseinrichtungen, die sich als Unternehmungen des Geisteslebens verstehen, folgen keinem fremdbestimmten Plan! In der „Pädagogischen Landschaft“ der Handlungspädagogik arbeiten erwachsene Menschen sinnvoll und in Eigeninitiative zusammen. Der ökologische biologisch-dynamische Landbau ist dazu die vollständigste Umgebung, die man im Moment finden kann. Zu diesen Höfen können Bildungseinrichtungen langfristige Beziehungen aufnehmen.

Der Landbau als ökologischer Bildungsort

Solche Bauernhöfe sind im Idealfall Kulturorte, in denen die wechselseitigen Beziehungen zwischen Landschaft, Klima, Böden, Pflanzen und Tieren, sowie der Bezug des Ganzen zur menschlichen Arbeit sichtbar und erfahrbar sind. Diese Höfe sind im Sinne von Goethes Bildungsidee noch relativ „vollständige Umgebungen“, weil sie aus der menschlichen Arbeit heraus als ganzheitlicher ökologischer Sinnzusammenhang geschaffen werden. Diese vielgestaltigen Höfe gehen jedoch in der ökonomisierten Gesellschaft zugrunde. Ihre besondere Aufgabe und Möglichkeit, neben der Erzeugung von Lebensmitteln auch Landschaften, Böden, Pflanzen und Tiere in ihren Wechselbeziehungen für die Zukunft nicht nur nachhaltig zu nutzen, sondern auch weiter zu entwickeln und zu verwandeln, geht damit verloren. Ein bewusst neu gegriffener Bezug zwischen einem Hof und einer Schule, einem Hort oder Kindergarten kann auch neue Perspektiven eröffnen, um solidarische Kooperationen und freie Handlungsräume zwischen Lebensmittelerzeugern und Konsumenten zu schaffen (Solidarische Landwirtschaft) und Freiräume zu schaffen, um die menschliche Entwicklungsaufgabe an der Natur wieder stärker zu ergreifen.

Wen wir ansprechen

Der Kurs wendet sich an tätige Pädagogen, Lehrer/innen, Hortner/innen und Erzieher/innen und an Landwirte/innen, Gärtner/innen und Handwerker/innen, die sich in ihrem Arbeitsfeld die Weiterbildung des Menschen, der Arbeit und der Natur vorgenommen haben. Für Pädagogen bedeutet das die handwerkliche Erweiterung ihres Kanons von Fähigkeiten bis in die Tierbegegnung. Für im Landbau Tätige und Handwerker bedeutet es, sich den besonderen pädagogischen und kultivierenden Wert des Handwerks und der Arbeitsgesten zu erschließen und sich die pädagogische Wirksamkeit der Arbeitsströme ins Bewußtsein zu heben.

Unser Ziel

Es gilt, Interesse und gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Kräfte zu entwickeln, die im Schullalltag oder in einen Hoforganismus leben. Durch Handlungspädagogik erschließt sich für Erzieher/innen und Lehrer/innen das praktische handgreifliche Leben, und für Landwirt/innen und Gärtner/innen wird die erzieherische Dimension ihrer Kulturarbeit deutlicher. Es geht in dem auf drei Jahre angelegten Kurs um die Veranlagung von Fähigkeiten der inneren und äußeren Substanzverwandlung, damit man weiterhin mit Tieren oder Bäumen oder Böden an seinem Wirkungsort so arbeiten kann, dass der Impuls der Handlungspädagogik weiter trägt.

Kursaufbau

Die Kurse beinhalten Übungen zur Landschafts-, Pflanzen- und Tierwahrnehmung, durchgehend und wiederholend praktische Übungen in verschiedenen handwerklichen Bereichen wie z.B. dem Umgang mit Sense, Spaten, Heureutern und Laubheu. Umgang und Zusammenarbeit mit den Tieren, die Belebung der Jahresfeste und der alten „Brauchtumsfeuer“ und Umgang mit Asche sind weitere Arbeitsgebiete. Über die Mythen und Märchen z.B. über die Asche, die Elemente, den Wald, die Tiere können vertiefende Zugänge zu den Themen gesucht und gefunden werden. Denkanstöße zu den historischen, ökologischen und philosophischen Dimensionen der Handlungspädagogik, zur Anthropologie und Anthroposophie Rudolf Steiners, zu einer Tier- und Pflanzenwesenskunde dienen der Bewegung des Denkens und der Umwendung „alter“ Begriffe . Der innere Aufbau der Kurse über drei Jahre folgt den Naturreichen von der Erde über die Pflanzen zu den Tieren.

Termine

Offene Tagung + Vortreffen: Hof Hauser Tagung am 5.- 7 Juni 2020

Der ersten beiden Termine der Fortbildung: 11. - 13. September 2020, 6. - 8. November 2020

Kursleiter

Nicole Lillie, Peter Guttenhöfer, Manfred Schulze, Thomas van Elsen und ggf. Gastdozenten

Kosten und Fortsetzung

Kosten: 770,- Euro für ein Jahr mit vier Wochenenden (Freitag 16.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr und Mittagessen) Zusätzliche Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Günstige Quartiere können vermittelt werden. Der Kurs ist auf drei Jahre angelegt und wird bei genügender Nachfrage bis 2022 gehen.

Wie man uns erreicht...

Es gibt gute Zugverbindungen vom ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe und vom Hauptbahnhof nach Wolfhagen und dann.... sieben Minuten Fußweg vom Bahnhof Wolfhagen zum Hof Hauser

Mit dem Auto über die A44 Kassel-Dortmund; dann noch ca. 10 km bis Wolfhagen Weitere Informationen auf der Seite: handlungspaedagogik.org

Anmeldung unter hofhauserweb.de Betreff: 2.Kurs

Anschrift: Hof Hauser e.V. Langelmühle 34466 Wolfhagen, Tel: 05692 – 1635

Ansprechpartnerin: Nicole Lillie

Lehrveranstaltungen am FB 11 Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel/Witzenhausen

Im Wintersemester wird das Wahlfach "Soziale Landwirtschaft" angeboten.

Rundbrief

Der Rundbrief Soziale Landwirtschaft kann hier kostenlos bestellt werden.

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