Eindrücke von der Bundestagung (Jahrestagung) der Lern- und Schulbauernhöfe in Deutschland 2016

Ministerin Ulrike Höfken
Elmar Schulte-Tigges (rechts) mit BAGLoB-Urgestein Hans-Heiner Heuser

4.-6. März 2016 in Vallendar am Rhein

von Thomas van Elsen

Die BAGLoB-Jahrestagung ist ein Ereignis – mehr als 250 Menschen kamen zur Bundestagung Lernort Bauernhof in die Bildungsstätte Marienland bei Vallendar am Rhein. Folgender Text war in der Einladung zu lesen:

Der Bauernhof ist ein idealer Lernort für Kinder und Jugendliche, um Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren und der Entfremdung von der bäuerlichen Arbeits- und Lebenswelt sowie der Lebensmittelproduktion entgegen zu wirken. Er ermöglicht eine anschauliche Verknüpfung von Aktivitäten und Anforderungen der konkreten Arbeitswelt mit natürlichen Abläufen und Zusammenhängen sowie Zielen des schulischen und außerschulischen Lernens. Vielfältige Kompetenzen für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung können erworben werden.

Der „Lernort Bauernhof “ ist für viele landwirtschaftliche Betriebe eine Möglichkeit, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Bundestagung der Lern- und Schulbauernhöfe in Deutschland wird aktuelle Modelle, Projekte und Praxisbeispiele aufzeigen und die Vernetzung der Lern-und Schulbauernhöfe in Deutschland unterstützen. Sie wird deutlich machen, dass der Lernort Bauernhof ein Bildungspartner für Kindergärten und Schulen ist, der Bildung für nachhaltige Entwicklung erfahrbar und handlungsorientiert gestalten kann.

Auch nachdem die Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen, die lange Jahre die Tagung durchführte, für die stark gewachsene Teilnehmerzahl als Veranstaltungsort zu klein geworden ist, ist das Bundesland Rheinland-Pfalz auf der Tagung sehr präsent: Ein Vortrag der Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken belegt den Stellenwert, den die langjährige engagierte Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft auch auf politischer Ebene inzwischen hat. Oliver Willing von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft sieht in seinem Grußwort die BAGLoB nicht nur am „Puls der Zeit“, sondern am „Puls der Zukunft“.

Und die BAGLoB ist offen für neue Perspektiven: Völlig zu Recht wurde der Plenarvortrag am zentralen Tagungstag zum Thema „Solidarische Landwirtschaft – Modell für den Hof und den Lernort Bauernhof der Zukunft?“ gehalten. Elmar Schulte-Tigges, eigentlich Geograph und lange in Afrika tägig, nimmt den schon stillgelegten, über Generationen in Familienbesitz befindlichen Hof bei Dortmund wieder in Betrieb und erfindet die Landwirtschaft neu, nachdem er in Witzenhausen 2012 die Tagung zur Handlungspädagogik besucht hatte: „Mir war deutlich: Ich muss erst den Lernort aufbauen, bevor ich mit dem anfange, was ich überhaupt nicht kann, nämlich Lebensmittel anbauen!“ Aber auch dies funktioniert inzwischen, ein Demeter-Gärtner ist dazugestoßen; die Solidarische Landwirtschaft, bei der die Mitglieder den Hofbetrieb über Anteile finanzieren und dafür die Lebensmittel ohne Kaufpreis erhalten, floriert. „Man diskutiert sehr viel, es ist ein soziales Experiment“. Die Begeisterung wird nur dadurch getrübt, dass man auch bei diesem Wirtschaftskonzept „dem Mist im Büro nicht entkommt“. Ein begeisternder Vortrag über die Neuerfindung einer im besten Sinne solidarischen und sozialen Landwirtschaft (Lernbauernhof Schulte-Tigges, Dortmund).

Im folgenden Tagungsprogramm findet Vieles parallel statt: Ein Fülle an Themen sind im Angebot, von der Arbeit mit Tieren, von tiergestützter Therapie bis zur Bienenhaltung, von Hof und Erfahrungsberichten bis zu Angeboten für Senioren auf dem Bauernhof, Netzwerktreffen der Bundesländer, Vorstellung von Bildungsangeboten bis hin zu Kindergärten auf dem Hof reicht das Spektrum. Im Rahmen des „Wissenschaftsforums“ werden zwei Poster vorgestellt, die aus dem Kontext der DASoL stammen: „Schulen betreiben Landwirtschaft – Fallbeispiele und Perspektiven landwirtschaftlicher Schulinitiativen“ (Marie Emanuel und Thomas van Elsen) sowie „Handlungspädagogik auf Höfen der Solidarischen und Sozialen Landwirtschaft“ (Manfred Schulze und Thomas van Elsen). Beide Poster sind als Miniaturversionen dem Rundbrief 23 als Anlage beigefügt.

Der Bericht ist auch im Rundbrief 23, S.16f. als PDF zu finden.

Rundbrief

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