Weitere Informationen sind auch unter folgenden Links zu finden:

www.replaynet.eu/it/gardeniser

www.replaynet.eu/it/gardeniser/landingpage

Gardeniser Pro – europäisches Projekt zu Urban-Gardening

von Thomas van Elsen und Gloria Stark

In dem Projekt „Gardeniser Pro“ geht es darum, Geburtshilfe für ein neues Berufsbild zu leisten – den Urban-Gardening-Organisator bzw. -Koordinator. Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen benötigen Menschen für diese Aufgabe? Lässt sich ein europaweit anerkanntes Berufsbild für diese Tätigkeit entwickeln? Das Projekt baut auf zwei abgeschlossenen Vorgängerprojekten auf, an denen ebenfalls die italienische Agentur „REPLAY Network“ – Initiator von Gardeniser Pro - beteiligt gewesen ist.

Das EU'GO-Projekts hatte die Funktionsweise und Vielseitigkeit städtischer Gärten als Orte von sozialen Beziehungen, Inklusion, Partizipation und multikultureller Begegnung zum Inhalt. Das zweite Vorgängerprojekt – „Gardeniser“ – hatte zum Ziel, das Berufsbild eines Gartenmoderators zu entwickeln, der die sozialen und ökologischen Funktionen eines Gemeinschaftsgartens zusammenbringt und organisatorisch die Fäden zusammenhält. Der Garten als gemeinschaftliche Einrichtung zum Lehren und Lernen hat in den letzten Jahren Aufmerksamkeit in Europa auf sich gezogen. Angestoßen worden war dieses Projekt aus Frankreich, wo erstmals eine spezielle Ausbildung – der „garden leader“ - vom Netzwerk der Solidaritätsgärten im Mittelmeerraum entworfen und vom französischen Staat als Ausbildung anerkannt wurde. Das Hauptziel des Projektes war es, den Beruf des GARDENISERs als ausgebildeten Vermittler im Bereich der Gemeinschaftsgärten von Frankreich in andere europäische Partnerländer zu transferieren, um die Partnerländer bei der Entwicklung gemeinsamer Gartenprojekte zu unterstützen. Die Projektpartner kamen aus Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und Österreich. Innerhalb des Projekts wurde ein Verzeichnis der wichtigsten Akteure im Bereich der Gemeinschaftsgärten erstellt, Möglichkeiten der Berufsausbildung in sozialen Sektoren und im Bereich Garten- und Landschaftsbau erörtert, die häufigsten Kernkompetenzen von professionellen Gartenbegleitern ermittelt, sowie Einführungsseminare zu diesem Thema organisiert.

Im neuen Projekt GARDENISER PRO besteht das Ziel der Entwicklung und europäischen Anerkennung des Berufsbildes des Gardenisers. Einige Länder, wie Frankreich oder England, bieten bereits eine Grundausbildung an. Der Koordinator städtischer Gemeinschaftsgärten ist ausgebildeter Gärtner, benötigt aber zusätzlich Kompetenzen im pädagogischen und sozialen Bereich bis hin zur Einbeziehung von Personen, die von Marginalisierung bedroht sind. Andere Akteure sind ausgebildete Erzieher oder Pädagogen, denen es aber an Wissen und praktischen Erfahrungen in Gartenarbeit mangelt. Der Gardeniser hat Vermittlungsfunktionen – in der Kommunikation nach außen, als Vermittler zwischen den Gärtnern und den Institutionen, als auch in der Organisation und Verwaltung der Nachhaltigkeit des Stadtgartens – ein komplexes Profil mit komplexem Ausbildungsbedarf. Gardeniser Pro zielt darauf ab, durch die internationale Zusammenarbeit von Partnern mit unterschiedlichem Hintergrund und Fachwissen in der Bildung, städtischen Gemeinschaftsgärten und Berufsausbildung aus Italien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Griechenland ein europäisches Format im Berufsbildungsbereich zu schaffen, das dank des ECVET-Kreditsystems übertragbar ist und als Ausbildungsweg zum Gardeniser anerkannt wird. Eine Online - Plattform soll Angebot und Nachfrage zusammenbringen und ausgebildete Gardeniser und nationalen und internationalen Urban Gardening-Netzwerke verbinden. Gegenseitiger Erfahrungsaustausch und Praktika der beteiligten Länder sind Teil der geplanten Ausbildung. 20 Ausbildungs-Interessenten pro Partnerland, die bereits im Bereich urbaner sozialer Gärten Erfahrungen gesammelt haben und ihr Erfahrungswissen erweitern, verbessern oder vervollständigen wollen, können teilnehmen und sich für die Rolle des Koordinators von Gartenprojekten qualifizieren. Die in Gardeniser Pro initiierte Ausbildung soll über den Projektzeitraum hinaus weitergeführt werden. Ein professionelles Praktikum auf lokaler Ebene wird Teil des Ausbildungskurses für zukünftige Gardeniser sein; einigen Teilnehmern wird zudem ein Praktikum im Land der verschiedenen Partnerorganisationen ermöglicht werden.

 

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden (32. Rundbrief, S.38f.).

Training
Gardeniser Pro Newsletter Nr. 2

 

Aktueller Stand zur Entwicklung der Fortbildung: 2. Gardeniser pro-Newsletter

Das Gardeniser Programm: Wie es funktioniert und wer daran teilnehmen kann?

Einladung zur Gardeniser-Fortbildung in Leipzig (13.-18. Mai 2019)

Bewerbungsbogen für den Fortbildungs.Kurs in Leipzig (Word-Datei)

 

Projekttreffen in Witzenhausen und Testlauf des Ausbildungskurses zum Gardeniser in Leipzigim Frühjahr 2019

von Thomas van Elsen und Gregor Menzel

Das dritte Treffen der Projektpartner aus Italien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Deutschland fand vom 9. bis 12. April 2019 in Witzenhausen statt.

Der erste Projektabschnitt ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen und wird nun evaluiert. Der Ausbildungskurs von Gardeniser besteht aus mindestens 40 Stunden und ist auf drei Module verteilt. Die Dauer beträgt in jedem Land 5-6 Tage. Das berufliche Profil des Gardenisers ergibt sich aus dem Inhalt des Ausbildungskurses – die TeilnehmerInnen sollen befähigt werden, urbane Gemeinschaftsgarten-Projekte zu organisieren, zu leiten und zu begleiten. Der griechische Partner ECTE arbeitet an der Anerkennung der im Ausbildungskurs erworbenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen durch das europäische ECVET-Punktesystem, so dass eine Verstetigung der im Projekt erarbeiteten Ausbildung in Aussicht steht.

Gardeniserkurs in Leipzig stattgefunden

Zwanzig zukünftige Gardeniser haben in Leipzig, wo es zahlreiche Projekte und Initiativen im Bereich des Urban Gardening gibt, den ersten Testlauf des Ausbildungskurses absolviert. Organisiert hatte den Kurs Gregor Menzel von Petrarca e.V.; er fand vom 13.-18. Mai in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsgarten AnnaLinde statt. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland sind überwiegend selbst aktiv in Gartenprojekten und brachten aktive ihr umfangreiches Erfahrungswissen ein, so dass es eine für alle spannende Woche voller Wissen und Austausch wurde.

Inhaltlich ging es um viele Ebenen und Schichten von Urban Gardening und Gemeinschaftsgartenbau, von Aspekten der Finanzierung, Entscheidungsprozesse, der Organisation der Arbeit mit Freiwilligen, der Handhabung von Konflikten bis zur Zukunftsplanung. Die Kursinhalte wurden bereichert durch viele Praxisbeispiele aus dem Kreis der TeilnehmerInnen, die die einwöchige Möglichkeit zum Austausch und Diskurs mit ihren unterschiedlichen Kenntnissen und praktischen Hintergründen zur Vernetzung untereinander nutzten.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden (Rundbrief 37, S.24f.).

 

Aktueller Stand zur Entwicklung des Europäischen Gardenioser pro-Trainings 

Im April 2018 fand das „Training for Trainers“ statt, das vom englischen Projektpartner Social Farms & Gardens organisiert wurde. Jeder der fünf Projektpartner(-organisationen) entsandte zwei TeilnehmerInnen nach Manchester, um eine optimale Vorbereitung der angehenden TrainerInnen für den Gardeniser-Kurs zu gewährleisten. Dabei wurden alle nötigen Informationen sowie pädagogische und organisatorische Methoden vermittelt, um das Kursprogramm europaweit erfolgreich umzusetzen.

Das „Gardeniser-Toolkit“ ist fertig gestellt, ein begleitendes Handbuch, in dem alle wichtigen Informationen zum Kurs enthalten sind. Es dient den TrainerInnen als Wegweiser und Unterstützung, um den Kurs erfolgreich durchzuführen. Neben Kursinhalten wie Lernzielen, Trainingsmethoden und Übungen zur direkten Verwendung im Kursprogramm einschließlich Bewertungsschema nach dem ECVET-System (weitere Infos zu ECVET siehe Newsletter Nr.1) finden sich allgemeine Informationen zu Aufgaben und Anforderungen der Rollen des Gardenisers und der Gardeniser-Trainer einschließlich Grundvoraussetzungen zur Kursteilnahme sowie Erläuterungen zur entstehenden Gardeniser-Onlineplattform und zur offiziellen Gardeniser-Lizenz.

Das Gardeniser-Trainingsprogramm

Die Rolle des Gardenisers basiert auf der Idee, eine Schlüsselposition innerhalb urbaner und gemeinschaftlicher Gartenprojekte zu schaffen. Mit dem Gardeniser-Programm wird eine professionelle Fortbildung zu diesem Aufgabenfeld entwickelt.

Um den Ansprüchen von Gartenprojekten gerecht zu werden, deckt die Rolle des Gardenisers ein breites Aufgabenspektrum ab und vereint Fertigkeiten aus dem technischen Bereich, wie gärtnerisches Praxiswissen, mit organisatorischen und sozialen Fähigkeiten, wie das Verständnis für Arbeit mit Personal, Freiwilligen oder Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen, für Kommunikation, Koordination und Mediation in einer Gemeinschaft/Gruppe und das allgemeine Management eines Projekts. Ein Gardeniser* fördert Zusammenhalt, Partizipation und soziale Inklusion innerhalb eines Gartenprojektes.

*(aus Gründen des vereinfachten Lesbarkeit und der Übersetzung aus dem Englischen wird nur eine Geschlechts-Variante verwendet, selbstverständlich sind mit dem Begriff „Gardeniser“ alle Geschlechter gemeint)

Der Gardeniser-Kurs ist in drei Module unterteilt und jedes Modul beinhaltet Einheiten zu verschiedenen Themenbereichen mit einem oder mehreren Lernzielen.

Den ersten Teil des Programms bildet ein Trainingskurs als - vor allem theoretische - Grundlage. Dabei werden unter anderem folgenden Themen behandelt: Konzepte und Haupteigenschaften von Gartenprojekten erkennen und verstehen, Suche einer geeigneten Fläche für ein Projekt, Entwerfen eigener Konzepte, Raumplanung, Aktionen im Garten organisieren, Arbeit und Umgang mit Personal, Freiwilligen und BesucherInnen, Finanzplanung, Richtlinien und Regeln formulieren, Evaluation der eigenen Arbeit.

Der Trainingskurs entspricht mit 44 bis 50 Stunden der Dauer einer Woche und kann unter Beachtung der lokalen Gegebenheiten und Ansprüchen der TeilnehmerInnen durchgängig oder unterteilt, z.B. an mehreren aufeinanderfolgenden Wochenenden, durchgeführt werden. Neben den theoretischen Teilen sind auch aktive Einheiten wie Besichtigungen oder Gruppenübungen und „Eisbrecher“ (Icebreaker) zur Auflockerung des Programms vorgesehen.

Im Anschluss zum Trainingskurs absolvieren die TeilnehmerInnen ein 40-stündiges Praktikum in einem teilnehmenden Gartenprojekt, um das neu erworbene Wissen auf praktischer Ebene anzuwenden und zu festigen. Dies ist in einem lokalen Projekt oder einem Land der Partnerorganisationen möglich.

Während des Praktikums werden die Teilnehmerinnen durch einen „Gardeniser-Tutor“, einen Mitarbeiter des Projekts, betreut und erhalten einen detaillierten Einblick in das Projektgeschehen. Neben der direkten Mitarbeit gibt es die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und von Projektverantwortlichen mehr über Hintergründe wie Projektgründung, rechtliche Angelegenheiten, Finanzierungsweisen oder alltägliche Abläufe zu erfahren.

Wie es funktioniert und wer daran teilnehmen kann

Zur Auswahl der TeilnehmerInnen wird jede Partnerorganisation eine Ausschreibung auf nationaler Ebene veröffentlichten, in der alle Voraussetzungen zur Kursteilnahme zusammengefasst sind. Die Teilnahme umfasst den Trainingskurs und das anschließende Praktikum. In jedem Land findet ein Kurs mit je 20 Kursplätzen statt. Für das Praktikum gibt es die Möglichkeit für jeweils zwölf TeilnehmerInnen, ein lokales Projekt kennen zu lernen und für die weiteren acht TeilnehmerInnen, das Praktikum in einem der Partnerländer zu absolvieren.

Der Trainingskurs wird im Zeitraum zwischen Februar und Juni 2019 stattfinden und die Praktika im Zeitraum März bis Juli 2019.

Bei Interesse oder Fragen zum Kurs können Sie sich an die jeweilige Partnerorganisation wenden.

Lokale Ansprechpartner:

-ITALY: REPLAY NETWORK - www.replaynet.eu


THE UNITED KINGDOM: FEDERATION OF CITY FARMS AND COMMUNITY GARDENS - www.farmgarden.org.uk


GREECE: ECTE -European Center in Training for Employment - www.ecte.gr
-

GERMANY: PETRARCA- EUROP. AKADEMIE FUR LANDSCHAFTSKULTUR- DEUTSCHLAND e.V. - www.soziale-landwirtschaft.de

France: PISTES-SOLIDAIRES - www.pistes-solidaires.fr 

 

Tagungshinweis

Vom 15.-16. August 2019 findet in Braunschweig die Tagung „Wie funktioniert Stadtgrün? Interdependenz – vielschichtige Wechselwirkungen im urbanen Grün - Beziehungskisten" statt. Weitere Informationen, Anmeldung von Beiträgen, Vorträgen und Postern: www.upc.phytomedizin.org

 

Newsletter

1. Newsletter auf deutsch

2. Newsletter mit Infos zur Fortbildung

3. Newsletter auf deutsch

4. Newsletter auf deutsch

International Urban Farming Conference 2017

Dokumentation verfügbar

Die Dokumentation der International Urban Farming Conference Berlin steht jetzt auf Deutsch und Englisch online zur Verfügung und kann unter https://bit.ly/2GaUPXS heruntergeladen werden!

Projektauftakt Ende Oktober in Rom – dabei sind (v.l.n.r.) Griechenland, Deutschland, England, Italien (2x) und Frankreich.